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Die Leselernhelfer

„Gestern wurden wir für Deutschland erlaubt“ –  LesementorInnen lesen in der Artothek einander vor

22.01.2015

MentorInnen lesen für MentorInnenDie VorleserInnen Jürgen Beutel, Angelika Minko, Günther Kronenbitter,
Ulli Winkelmann, Monika Bahne, Doris Balckmann und Barbara Rupp (von links) – Foto privat

Zum zweiten Mal versammelten sich über dreißig ehrenamtliche MentorInnen des Vereins „Mentor-Die Leselernhelfer Sprockhövel e.V.“ in der Artothek in der Gevelsberger Straße in Hasslinghausen, um sich gegenseitig aus ihren Lieblingsbüchern vorzulesen. Diese stark nachgefragte und immer beliebtere Veranstaltung fördert das gegenseitige Kennenlernen, den kommunikativen Austausch und den Zusammenhalt der Vereinsmitglieder – und lockt Interessierte an, die als Leselernhelfer bei „Mentor“ mitmachen wollen.

Als besonderen Gast begrüßte die Vorsitzende Dr. Barbara Rupp diesmal den Bürgermeister der Stadt Sprockhövel Ulli Winkelmann und seine Frau Ute Dessel, der sich diesmal nicht nur als Starthelfer, sondern auch als kontinuierlicher Unterstützer von „Mentor“ verstand. Bürgermeister Ulli Winkelmann eröffnete den Reigen der VorleserInnen mit einem eigenen Beitrag und wartete mit einem Abschnitt aus Greg Mortensons „Drei Tassen Tee“ auf, durch den die Bedeutung der Bildung in einem Dorf im fernen Asien illustriert wurde. Angelika Minko hatte auf allen Stühlen kleine Schnipsel mit deutschen Wörtern ausgelegt, deren Bedeutung sie durch die Vorstellung des Buches „Das schönste deutsche Wort“ aufklärte. Jürgen Beutel gab mit seiner Buchvorstellung einen Einblick in die Problematik des Umgangs mit aggressiven Kindern. Monika Bahne stellte den gebannten Zuhörern mit dem Buch über den kleinen Timur einen Jungen vor, der nicht nur einer Geschichte zuhört, sondern auch in sie eingreift und sie mitgestaltet.

In der zweiten Runde las Doris Balckmann eine Indianergeschichte aus dem 19. Jahrhundert vor und hob besonders auf den Aspekt ab, dass darin zwei alte Menschen zwar zurückgelassen werden, sich aber als überlebensfähig zeigen. Günther Kronenbitter wies mit Hans Magnus Enzensberger auf die Problematik von national orientierter Deutschtümelei hin. Barbara Rupp brachte zum Schluss einen Abschnitt aus der autobiographisch gefärbten Fluchtgeschichte des deutsch-bosnischen Autors Sasa Stanisics. Er demonstriert eine gelungene, vorbildhafte Integration in das deutsche sprachliche und kulturelle Umfeld, die so ausgedrückt wird: „Gestern wurden wir für Deutschland erlaubt.“ Dieser richtig-falsche Satz des Buchhelden führt ins Zentrum der Bemühungen um gesellschaftliche Teilhabe durch das Wort und erinnerte an die aus- und eingewanderten Wörter, die schon im ersten Beitrag von Angelika Minko auftauchten – so schloss sich der Kreis der Darbietungen des gelungenen Abends.


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